Ist eine erhöhte Proteinzufuhr schädlich?
Generell kann man sagen, dass eine ständig über den Bedarf hinausgehende Proteinzufuhr keine nachweislichen ernährungsphysiologischen Vorteile bringt. Die Proteinzufuhr sollte dem tatsächlichen Bedarf angepasst sein. Ist eine erhöhte oder sogar zu hohe Proteinzufuhr jedoch wirklich schädlich? In diesem Kontext wird immer wieder über eine Schädigung der Nierenfunktionen diskutiert. Bislang konnten
jedoch keine negativen Wirkungen auf nierengesunde Sportler wissenschaftlich untermauert werden. Bei bereits eingeschränkten Nierenfunktionen können tatsächlich Überlastungen der Nieren durch erhöhte Proteinzufuhr ausgelöst werden. In solch einem Fall sollte die tägliche Proteinaufnahme deutlich reduziert werden, um die Nieren, welche überschüssiges Eiweiß zum Teil in Form von Harnstoff ausscheiden, zu entlasten.
Lediglich im Tierversuch konnte als Folge einer ständig erhöhten Proteinzufuhr einer Erhöhung des Nierengewichtes als kompensatorische Hypertrophie beobachtet werden. Beim Menschen liegen keine verlässlichen Studien vor, die diese Nierenvergrösserung betätigen.
Des Weiteren wird eine Proteininduzierte Hypercalciurie (vermehrte Calciumausscheidung) und somit ein erhöhtes Osteoporoserisiko diskutiert. Tatsächlich konnten Studien bei erhöhter Proteinzufuhr einen höheren Bedarf an Calcium und Phosphat nachweisen. Wird die erhöhte Proteinzufuhr ausschliesslich aus isolierten Proteinfraktionen gedeckt, so kann es zu einem Mangel an Caldum und Phosphat kommen- Bei einer ausgewogenen Ernährung. wo die Proteinmengen kombiniert mit Calciummreichen Lebensmitteln Fisch-, Milchprodukte) konsumiert werden, wird der erhöhte Calcium-und Phosphatbedarf abgedeckt. Somit ist mit einem Verlust dieser Mineralstoffe nicht zu rechnen.
Fazit: Schädigende Wirkungen einer erhöhten Proteinzufuhr konnten wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Allerdings sollten zwei Punkte bei einer Erhöhung der Proteinzufuhr bedacht werden:
1. Die für die Proteinbiosynthese nicht mehr benötigten Aminosäuren können zur Bildung von Fettenergiereserven genutzt werden. Aus diesem Grund sollte die Proteinzufuhr, wie bereits erwähnt, dem Proteinbedarf entsprechen.
2. Durch eine erhöhte Proteinzufuhr wird die Harnstoffausscheidung über die Nieren angeregt, was zu einem Wasserverlust des Körpers führt. Daher sollte viel getrunken werden (2-3 1 täglich), um einer Dehydratation und einem damit einhergehenden Leistungsabfall entgegenzuwirken.
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