Nachendrücken

Jeder, der mit Gewichten arbeitet, versucht irgendwann das Nackendrücken.
Einige bleiben dabei, andere nicht, aber wer es einmal aufgegeben hat, fängt nicht wieder an. Dafür gibt es viele Gründe.
Das größte Problem betrifft die Flexibilität des Schultergürtels - zwei Aspekte des Nackenerückens benötigen mehr Flexibilität als beim Frontdrücken. Zum einen die Ausgangsposition: Die Schultern sind angehoben und nach außen gedreht, das heißt, die Schultern machen eine volle seitliche Drehung, während sie abgespreizt werden.
Zum anderen verlangt die Fähigkeit, die Schulterblätter zurückzuziehen und dabei die Schultern nach außen gedreht zu lassen, nach Flexibilität. Wenn Sie beides können, haben Sie die für das Nackendrücken erforderliche Flexibilität. Wenn nicht, sollten Sie es aufgeben, sonst kommt es zu Verletzungen und Rückschlägen.
Meistens liegt es daran, dass die Muskeln, die die innere Schulterdrehung bewirken, zu straff sind. Zu ihnen zählen der Brustmuskel, der obere Lateralmuskel, der Lateralmuskel und der Subscapularis, der zur Rotatorenmanschette gehört. Auch der vordere Deltamuskel, der nicht zu den inneren Rotatoren zählt, kann die äußere Drehung verhindern, wenn er zu straff ist.
Wenn Ihnen die äußere Drehung der Schultern nicht gelingt, dann müssen die äußeren Rotatoren der Rotatorenmanschette - Infraspinatus und Teres Minor - zu hart gegen die inneren Rotatoren arbeiten und gleichzeitig das Schultergelenk stützen. Also kommen die äußeren Rotatoren nicht gegen die Straffheit und Masse der inneren Rotatoten an. Die Belastung ist zu hoch, zählt man noch das Gewicht der Hantel hinzu. Die Schulterschmerzen können auf die Oberlastung der Rotatorenmanschette, der Bizepssehne, des Deltamuskels, des Schleimbeutels (er ist mit Flüssigkeit gefüllt und schützt die Sehnen vor Abnutzung) oder der Bänder des Gelenks zurückgehen.
Sportler, die den Bewegungsbereich nicht mit den Schultern herstellen können, gleichen das meistens aus, indem Sie den oberen Rücken rund machen und den Kopf senken. Damit ist zwar der Hals aus dem
Weg und die Hantel hat freie Bahn, aber die Schulter muss noch härter arbeiten, um die Hantel hoch zu bekommen, und der Hals fällt in eine nicht mehr so stabile Position. Der obere Trapezmuskel arbeitet sehr schwer, und seine Kontraktion übt kräftigen Druck auf den Nacken aus, besonders wenn dieser nicht stabil ist. Diese Belastung des Nackens kann auch auftreten, wenn Ihr Schultergürtel flexibel genug ist, aber eine schlechte Flexibilität trägt dazu bei.
Eine weitere Verletzungsgefahr birgt die Anstrengung, noch eine weitere Wiederholung zu schaffen und die damit verbundene übermäßige Belastung des Nackens, der das Heben nicht unterstützen soll. Am besten ist es, ihn leicht, aber nicht völlig entspannt zu halten.
Zu hohe Belastung kann eine Band scheibe in der Halswirbelsäule beschädigen: Sie bricht oder verschiebt sich und beschädigt die Nerven. Das ist ein ernstes Problem, zu den Symptomen zählen Schmerzen im Arm, Taubheit in Armen oder Händen, Schwäche von Schulter-, Arm- oder Handmuskeln und ein möglicher Schwund mancher Muskeln.